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Werdau, den 6. Oktober 2000
Veranstaltungen der Festwoche:
Humboldt steigt aus seinem Bilderrahmen


Einen derart gewaltigen Besucheransturm hatte die Stadthalle “Pleißental” sicher schon lange nicht mehr gesehen: Wirklich bis auf den allerletzten Platz gefüllt war der große Saal am Mittwoch zum Humboldt-Abend anlässlich der 125- Jahr-Feier des Gymnasiums “Alexander von Humboldt”.
Die zahlreich erschienenen Gäste, darunter Eltern, Großeltern und Verwandte der Schüler, Freunde und Förderer der Schule, sowie Lehrer und Pennäler dürften ihr Kommen wirklich nicht bereut haben. Was im einstündigen Festprogramm dargeboten wurde, verdiente Anerkennung, die das begeisterte Publikum in beinahe nicht enden wollenden Beifallsstürmen keineswegs schuldig blieb. Sicher hätte auch der Namensgeber der Schule daran seine helle Freude gehabt. Im Programm wurde dieser, wenngleich nur für kurze Zeit, noch einmal zum Leben erweckt. Das letzte Universalgenie der Neuzeit, gespielt von Johann Christoph Gallas, stieg eben mal so aus seinem Bilderrahmen und wollte sich überzeugen, was sich 140 Jahre nach seinem Tod in der Welt, aber auch im Werdauer Gymnasium so alles getan hat.
Nach der Modenschau, die wieder in die Moderne überleitete, schien Humboldt’s Wiederbelebungs-Zeit abgelaufen: “An euren Aktivitäten merke ich, dass ihr mich nicht vergessen werdet”, sprach der Gelehrte, um wieder seien Platz im Bilderrahmen einzunehmen.

Quelle: Freie Presse vom 6. Oktober 2000


Foto: Ralf Rojé