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Werdau, den 10. Oktober 2000
Festwoche im Gymnasium:
Für jeden war etwas dabei

Obwohl der missliche Dauerregen am Sonnabend dem Schulfest des Gymnasiums „Alexander von Humboldt" einen kleinen Strich durch die Rechnung machte, wurden der üblen Witterung jedoch auch gute Seiten abgewonnen. So verlagerte sich das Geschehen fast gänzlich in die Innenräume und dort hatten Schüler und Lehrer jede Menge vorbereitet. Unter anderem erwarteten die Besucher in den Fachkabinetten - von den Naturwissenschaften bis zu den Sprachen - vielfältige Ausstellungen zum jeweiligen Unterrichtsstoff. Darüber hinaus lohnten auch die Fotodokumentation über Rechtsextremismus in der hiesigen Region sowie Informationstafeln zur Schulgeschichte eine nähere Betrachtung.
Zum längeren Verweilen animierte das Rahmenprogramm. Neben dem Rekordversuch, rund 70.000 Luftballons stiegen am Vormittag in den verregneten Himmel, gab's Musik von der „Brass-Band", Interessierte konnten sich außerdem von Schülern durch das Gymnasium führen lassen. Am frühen Nachmittag boten die „Models" der Klasse 9/1, ausgestattet vom Hansa-Haus Crimmitschau, eine tolle Modenschau.
Knapp zwei Stunden später begann beim "Rock in der Turnhalle" der Fußboden zu beben. Die Bands "bad luck mary", "x ist y?", "harum scarum" , „placid phallic", „sachsenreim ag" und „smh" ließen es dabei so richtig krachen.
Der Sonnabend bildete den Höhepunkt der Festwoche anlässlich des 125-jährigen Bestehens der Bildungseinrichtung, die zurzeit von rund 8oo Schülern besucht wird. Am Donnerstag waren die Sportbegeisterten mächtig ins Schwitzen gekommen. Zum 24-Stunden-Marathon stießen nicht Wenige - einschließlich der betreuenden Lehrer - an ihre Leistungsgrenze. Insgesamt acht Kollegen waren rund um die Uhr im Einsatz. Mit stolzen 89 teilnehmenden Paaren sprengte das Badmintonturnier schon fast den Rahmen. Heiße Kämpfe wurden sich beim Volleyballturnier geliefert, aus denen das Team der Ehemaligen als Sieger hervorging. Nicht fehlen durften Fußball, Handball und Tischtennis. Unihock musste aus Zeitgründen jedoch ausfallen. Wer wollte, konnte das Geschehen live im Internet verfolgen, das von einer vor Ort installierten Web-Cam übertragen wurde.
Am darauffolgenden Freitag standen unter anderem Theater- und Ethikprojekte im Mittelpunkt. Unter letztgenannter Rubrik fielen die Vorträge von Stefan Weiß zur Suchtprävention sowie des Ausländerbeauftragten des Landkreises Dr. Tawalbeh zum Islam. Auf offene Ohren stieß beim Publikum mit seinen Ausführungen auch Achim Beyer aus Erlangen, der als ehemaliger Pennäler in Folge des Oberschüler-Prozesses eine mehrjährige Zuchthausstrafe verbüßen musste.
Einer Premiere stellte sich die Theatergruppe Englisch in der Stadthalle "Pleißental". Während eines Theater-Workshops hatten die Gastgeber, aber auch Gymnasiasten aus Crimmitschau und Zwickau sowie die Jugend-Theaterwerkstatt vom Zwickauer Gewandhaus, die Möglichkeit, gewissermaßen vor Kollegen aufzuspielen und anschließend Erfahrungen auszutauschen. In den Spielpausen frischten dann Gerichte der internationalen Küche Geist und Körper der Darsteller auf..

Quelle: Freie Presse vom 10. Oktober 2000